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Oberflächen - Behandlung von Parkett & Dielen  

Oberflächenbehandlung von Parkett und Holzböden


Die optimale Oberflächenbehandlung von Parkett und Holzböden richtet sich nach dem ästhetischen Empfinden der Nutzer und nach der Beanspruchung der Böden.

Es gibt hier kein besser oder schlechter.

Wer auf Patina und natürliche Haptik von Holz steht, ist mit geölten Oberflächen bestens beraten - optische Verbesserung, mittelfristige hohe Pflegeleichtigkeit und Glanz bringen eher lackierte Oberflächen mit sich.

 

Grundsätzlich benötigen alle Oberflächen stets eine gründliche Pflege, um das Parkett oder den Holzboden dauerhaft zu schützen.






Die Möglichkeiten der Oberflächenbehandlung von Parkett und Holzboden sind sehr vielfältig.



"Geölte" Oberflächen


Was ist ein Öl?

Von Alters her arbeitete man in der Holzoberflächenbehandlung gerne mit pflanzlichen und tierischen Ölen, insofern hat sich die Holzimprägnierung stark mit dem Begriff des Ölens verbunden. Ölen gilt als eine „natürliche Oberflächenbehandlung“, heutzutage auch gerne unter verschiedensten Aspekten mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ verbunden. Es werden im Markt sehr unterschiedliche Produkte für die Holzoberflächenbehandlung unter dem Begriff „Öl“ verkauft, da „Öl“ ein positiv besetzter Begriff ist. Dies ist problemlos machbar, denn was genau ein Öl ist definiert sich technisch eher über das Fließverhalten als über die Zusammensetzung.

 

Was ist eine Imprägnierung?

Bei der Holzimprägnierung geht es allgemein um das, was im Holz ist, im Gegensatz zur Holzbeschichtung, bei der es um das geht was auf dem Holz ist.

In das Holz kann man zunächst einmal sehr viele Substanzen bringen, Lösemittel ohne merkliche Flüchtigkeit, Salatöle, Isocyanate, die Liste ist beliebig. Man erkennt die Imprägnierung optisch zunächst an der hohen Anfeuerung. Insofern ist die Holzbenetzung mit Wasser beim Wasserlackauftrag auch eine Imprägnierung, allerdings nur eine temporäre, denn das Wasser verdunstet ja wieder und das Holz wird hell. Die verbleibende Lackschicht hat offensichtlich keinen imprägnierenden Charakter. Verdunstet das Imprägniermittel nicht, reagiert aber auch nicht chemisch weiter, so kann das Imprägniermittel im Laufe der Zeit in tiefere Holzregionen wegschlagen bzw. auch aus dem Holz wieder herausgezogen werden (z.B. sogenannte Kristallöle durch Kleider, Bücher, Imprägniersalze durch Wasser). Durch chemische Reaktion nach Eindringen in das Holz wird das Imprägniermittel im Holz fixiert.

Zusammensetzung und Besonderheiten von Imprägnierölen

Im engeren Sinne besteht ein in der Oberflächentechnik akzeptables Imprägnieröl im allgemeinen aus Pflanzenölen mit stark ungesättigtem Charakter, zum Beispiel Distelöl, Leinöl, Hanföl, Holzöl oder deren Derivaten. Ungesättigte Pflanzenöle können auf molekularer Ebene miteinander vernetzen, sie „verharzen“. Ist das Öl verharzt, so können die Moleküle ihren Ort der Imprägnierung nicht mehr verlassen und die Imprägnierung ist permanent, also fixiert und stabil. Für diese Verharzungsreaktion benötigen ungesättigte Pflanzenöle Sauerstoff (lat. Oxygenium), man redet von der sogenannten „oxidativen Trocknung“. Den Sauerstoff bekommt das Öl natürlich aus der Luft, insofern ist Luftbewegung zum Sauerstofftransport an die geölte Oberfläche für die oxidative Trocknung förderlich. Damit die oxidative Trocknung in einem zeitlich akzeptablen Rahmen stattfindet, werden zur Beschleunigung der Reaktion sogenannte „Sikkative“ zugesetzt, man bekommt einen Firnis. Bei den Sikkativen handelt es sich um Metallsalze. Früher wurden Bleisalze eingesetzt, welche aus toxikologischen Gründen gegen Kobaltsikkative ausgetauscht wurden. Diese Kobaltsikkative sind heutzutage in der Diskussion und manch ein Hersteller wirbt bereits mit „Co-frei“. Durch weitere Zusätze (Lösemittel, Wachse, Alkyde, Kieselsäuren, ...) können die Eigenschaften eines Imprägnieröls herstellerspezifisch optimiert werden.

Die Verarbeitung von Imprägnierölen

Es gibt zwei goldene Regeln bei der Verarbeitung von Imprägnierölen:

1) Das, was das Holz aufnimmt, das muss es auch bekommen.

2) Das, was das Holz nicht aufnimmt, das muss noch nass wieder abgenommen werden.

Bei Beachtung dieser Regeln kann auf verschiedene Arten geölt werden. Gebräuchlich ist im Fussbodenbereich bei der handwerklichen Erstimprägnierung die Imprägnieröle mit der Spachtel aufzutragen und anschließend mit der Einscheibenmaschine auszupolieren. Die Spachtel ist das bevorzugte Arbeitsgerät um nicht zuviel überstehendes Material aufzutragen, welches anschließend aufwendig wegpoliert werden müßte. Es sind allerdings auch andere Auftragsweisen, wie Rollen, Streichen, Wischen, Tauchen, Spritzen möglich, welche sich in verschiedenen Anwendungsfällen durchaus empfehlen, zum Beispiel bei stark saugenden Untergründen oder Böden mit starkem Fugenbild.



Die Saugfähigkeit des Holzes muss in jedem Fall vor dem Auspolieren abgesättigt werden, damit keine optischen Spuren aus dem Auftrag verbleiben. Da mit der Imprägnierung der Schutz des Holzes von Innen kommt, folgt, dass ein stärker imprägniertes Holz besser geschützt ist als ein weniger stark imprägniertes. „Sparsamer Verbrauch“ muss daher nicht unbedingt für das Ergebnis vorteilhaft sein. Auch deshalb wurden Vorbehandlungstechniken wie das Laugen oder Wässern vor dem Ölen entwickelt, wodurch die Saugfähigkeit der Holzoberfläche erhöht wird.

Verwendet man ein lösemittelarmes Öl, so kann man im Idealfall davon ausgehen, dass die Holzoberfläche mit dem ersten Auftrag vollständig imprägniert ist, der Kundenauftrag also erledigt ist. Es verdunstet ja nichts von der Imprägnierung, was anschließend wieder ersetzt werden muss. Mit optionalen weiteren Arbeitsschritten kann man dann nur noch die Erscheinung der Oberfläche optimieren, den Glanzeindruck und die Fülligkeit. Hierbei ist auch die Technik des Polierens entscheidend. Mit einem gröberen Pad bekommt man eher matte Oberflächen, mit Poliertüchern erzeugt man Glanz. Die oxidative Trocknung von Ölen ist eine vergleichsweise langsame chemische Reaktion. Die meisten Hersteller stellen ihre Produkte so ein, dass man unter Normalbedingungen im Tagesrhythmus arbeiten kann. Dabei ist das Öl im allgemeinen noch nicht voll durchoxidiert, aber soweit getrocknet, dass man weiterarbeiten kann. Für die oxidative Reaktion ist hervorzuheben, dass sie von den gegebenen klimatischen Bedingungen abhängig ist. Erhöhte Feuchtigkeitsbedingungen, niedrige Temperatur und niedrige Luftbewegung verlangsamen die Öltrocknung!

Bei der oxidativen Reaktion entstehen aus dem Öl Abspaltungsprodukte, welche stark riechen können. Oft sind es gar nicht die Lösemittel, es ist das Öl selbst, welches Geruch erzeugt. Mit zunehmender Aushärtung wird der Geruch weniger. Guter Zugang von Sauerstoff an die geölte Oberfläche verkürzt die Trockenzeit. Es ist aber keine Seltenheit, dass eine geölte Oberfläche noch über Wochen riecht und dies ist auch von den Gegebenheiten des Bodens selber abhängig.

Durch das Auspolieren des überstehenden Öls von der Oberfläche bekommt man die sympathische und gefällige offenporige natürliche Note geölten Holzes. Die Holzfaser selber bestimmt die Oberfläche. Die Imprägnierung kann also keinen mechanischen Schutz geben, sie schützt vor Wasser und vor Schmutzanhaftung. Aus diesem Grund ist es nachhaltig wichtig imprägnierte Oberflächen richtig zu pflegen um diese Eigenschaften auch unter Gebrauchsbedingungen zu erhalten. Ein imprägnierter Holzboden hat einen anderen Pflegebedarf als ein beschichteter. Das endgültige Oberflächenbild der geölt-imprägnierten Oberfläche ergibt sich im allgemeinen erst bei der Nutzung, durch Gebrauch, Reinigung und Pflege. Da die Imprägnierung durch Nachölen immer wieder aufgefrischt werden kann und das Holz eine hohe mechanische Widerstandsfähigkeit besitzt, gehören imprägniert-geölte Böden zu den besonders belastbaren Böden und werden beispielsweise auch im Messebetrieb eingesetzt.

Von der Imprägnierung zur Beschichtung, vom Imprägnieröl zum Öl-Kunstharz-Siegel

Trägt man zum Beispiel einen Leinölfirnis schichtbildend auf, so bekommt man eine weiche runzelige Oberfläche mit niedriger Beständigkeit. Durch chemische Modifikation können die Eigenschaften der oxidativen Trocknung von den Pflanzenölen auf sogenannte Alkyde übertragen werden. Alkyde sind Kunstharze und ein ölmodifiziertes Alkyd ist ein Öl- Kunstharz.

Alkyde haben deutlich größere Moleküle als Pflanzenöle und sind dickflüssiger bis zähflüssig oder hart. Sie können das Holz also nicht so gut imprägnieren, die Imprägniertiefe nimmt ab. Durch die Harzverstärkung im Alkyd werden diese aber gute Filmbildner und man kann damit lackieren, also beschichten. Als Verarbeitungshilfe verdünnt man Alkyde mit Lösemitteln. Mit Kieselsäuren oder Wachsen wird der Lack mattiert, Additive regeln die Schaumneigung und den Verlauf.

Am Boden wird der Öl-Kunstharz-Lack großflächig gleichmäßig mit der Rolle verteilt und gibt dem Holz Schutz vor Wasser und mechanischer Belastung durch die sich bildende getrocknete Lackschicht. Populär wurden die Lackierungen durch die einfache Reinigung und Pflege.

Dünnschichtlackierungen

„Öl“ ist im Gegensatz zu häufiger Annahme nicht synonym mit Imprägnierung. Daher werden bei vielen Herstellern auch schichtbildende Alkyd-Systeme unter dem Überbegriff Öl vertrieben, denn eine normative Festlegung gibt es nicht. Seitens der Anwendungstechnik erkennt man die Beschichtung am besten daran, dass überstehendes Nass-Material nicht auspoliert wird und auch oft ein zweiter Auftrag mit der Rolle oder dem Streicher empfohlen wird. Sehr populär und erfolgreich sind zum Beispiel dünnschichtig aufgetragene, stark mattierte Alkyd-Systeme, welche optisch ein sehr natürliches Oberflächenbild ergeben und aufgrund des Schichtaufbaus als leicht zu reinigen gelten. Es muss an dieser Stelle aber darauf hingewiesen werden, dass es für diese Produkte aufgrund des hohen Lösemittelgehalts eine Substitutionspflicht nach TRGS 617 gibt.

UV-Systeme basieren auf einer völlig anderen Chemie. Es können eigentlich nur schichtbildende Produkte sein, denn die zur Aushärtung notwendige UV-Strahlung kommt nur sehr beschränkt in das Holz. „UV-Öle“ sind daher oftmals hoch mattierte Dünnschichtlackierungen, ebenfalls mit natürlichem Oberflächenbild. Problematisch können diese Oberflächen werden, wenn sie wie imprägniert-geölte Flächen gepflegt werden.

Coloröle

Pigmentierungen zur transparenten Flächenanfärbung haben sich lange Zeit im Fussbodenbereich nicht durchsetzen können. Grund hierfür ist der Überlappungsbereich beim Rollen oder Streichen eines Färbemittels, in welchem mit höherer Farbgebung zu rechnen ist. Durch das Auspolieren mit der Einscheibenmaschine gibt es bei der Anwendung von Imprägnierölen keine Überlappungsbereiche, insofern haben sich pigmentierte Coloröle als „Ölbeizen“ etabliert. Um eine gleichmäßige Anfärbung des Bodens zu erreichen ist es eine Voraussetzung, dass überall auf dem Boden gleich gute Saugfähigkeit des Holzes gegeben ist. Wo mehr Öl aufgesaugt wird, da ist auch mit stärkerer Pigmentierung zu rechnen. Dies bedingt natürlich auch, dass imprägnierungshemmende Reste auf der Oberfläche sauber ausgeschliffen sein müssen. Die Oberfläche muss ein weitgehend einheitliches Schleifbild aufweisen.

Zweikomponentenöle

Diese Produktgruppe erfreut sich steigender Beliebtheit, zu Recht! Zur Verbesserung der Aushärtung werden Ölen während der Verarbeitung Isocyanate zugesetzt. Anders allerdings als bei klassischen 2K-Systemen wird das Isocyanat nicht in chemisch genau berechneten Verhältnissen zugesetzt, sondern nur als Additiv („Reaktivvergütung“). Die hauptsächliche Aushärtungsreaktion bleibt also die oxidative Reaktion. Man bekommt aber unter günstigen Bedingungen eine Beschleunigung und vor allem eine deutlich gesteigerte Beständigkeit, also eine Erniedrigung des Reklamationsrisikos. Dies sind insbesondere für den bodenlegenden Fachmann nachhaltig wichtige Aspekte.

Der Umgang mit Isocyanaten sollte allerdings auch dem beruflichen Anwender vorbehalten bleiben, stellen Isocyanate doch ein Gefährdungspotential dar, gegen das man sich schützen muss. Dafür wurde jüngst von der Bauberufsgenossenschaft der GISCODE Ö10DD ins Leben gerufen, wohinter eine Anweisung zum sicheren Umgang steht. Kontakt mit der Haut muss vermieden werden aufgrund der sensibilisierenden Eigenschaften des Isocyanats, welche nach Abreaktion keine Gefährdung für den Nutzer mehr darstellen.

Eine hervorzuhebende Besonderheit aller oxidativ trocknenden Produkte ist deren Neigung fein verteilt auf brennbaren ! Oberflächen, zum Beispiel auf Tüchern oder Schleifstaub, bei Wärmestau eine Selbstentzündung herbeiführen zu können.

Dies führt immer wieder zu Brandfällen. Abhilfe schafft ganz einfach Wasser. Das ölgetränkte Tuch oder den Schleifstaubnach der Arbeit mit Wasser gut befeuchten und im Plastiksack im Freien bis zur Entsorgung zwischenlagern.

Quelle C-T-A

Acryl -Lack

Polymere aus Acryl- und Methacrylsäure, häufig gemischt mit Alkyd- oder Epoxidharzen.

 

Durch Abgabe des Verdünnungsmittel Wasser härten diese Lacke aus, und bilden eine meist offenporige Oberfläche, wenig Licht- und Hitzebeständig. Elastizität, Haftung und Härte sind gut. Der Lösemittelanteil liegt unter 20 %. Behandelte Flächen neigen zur Vergrauung.

 

Abriebfestigkeit: mittel

Schmutzempfindlichkeit: gering

Pflegeaufwand: gering

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung: geringe Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte: geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen



Alkydharz - Lack

Alkydharz ist das am häufigsten verwendete Bindemittel auf Polykondensatbasis und wird mit trockenen oder nicht trockenen Ölen ( Holz-,Lein,-,Rizinus- oder Sojaöle) modifiziert.

 

Härten durch eine Veresterung seitens der Alkohole in Abhängigkeit der Umgebungsbedingungen aus.

Alkydharz-Lacke sind Diffusionsoffen und eignen sich auf Grund ihrer Elastizität ausgezeichnet für Dielen- und Riemenböden, geringe Seitenverleimung.

 

Abriebfestigkeit: mittel

Schmutzempfindlichkeit: gering

Pflegeaufwand: gering

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung: starke Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte: geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen



Anstrich für Tannenfußböden

Zusammensetzung:

 

1/2 kg Gelbholz

1/4 kg Ocker

1/10 kg Pottasche

1/2 kg gelbes Wachs

 

Zubereitung:

Das Gelbholz wird 24 Stunden vor der Zubereitung eingeweicht um den Farbstoff auszulösen und dann durch ein Sieb gepreßt. In die Hälfte dieser Farbenbrühe gibt man das in kleine Stücke geschnittene gelbe Wachs, setzt die Mischung auf die Feuerstelle und bringt sie unter ständigem rühren zum kochen.Dann fügt man die Pottasche zu und läßt die Mischung abkühlen.

In der anderen Hälfte der Gelbholzbrühe wird der Ocker aufgelöst und zum kochen gebracht. Während des aufkochens die andere Mischung vorsichtig unterrühren.

Während des kochens wird fleißig umgerührt, bis zum erkalten weiter umrühren.

 

Verarbeitung: In zwei oder mehreren Schichten mit dem Pinsel auftragen und danach abbürsten.



Beize

Zur farblichen Gestaltung von Parkett und Holzböden.

 

Beize ist in vielen Farbtönen erhältlich, die meist auch untereinander gemischt werden können. Das Beizen von Parkett und Holzböden ist nicht unproblematisch und führt bei schlechter Pflege und der damit verbundenen Abnutzung der Oberflächen schnell zu einem unansehnlichen Mix aus natürlicher Holzfarbe und Einfärbungen. Die Endbehandlung kann sowohl mit Imprägnierungen, als auch mit Versiegelungen vorgenommen werden.

 

Sinnvoller als Beize sind pigmentierte Öle, da diese leichter in der Anwendung und Pflege sind und eine homogene Farbveränderung bewirken.



Bohnerfarbe

Zusammensetzung:

 

125g gelbes wachs

33 g Seife

2 Liter starke Seifensiederlauge

70 g Leim

1Liter Wasser

10 g Gummi Arabicum

1/4 Liter spiritus

120 g Satinober oder Goldocker

Statt Lauge und Seife kann auch Soda benutzt werden !

 

Zubereitung:

Das Wachs wird zerschnitten und mit der Seife in der Seifensiederlauge unter ständigem rühren so lange gekocht bis die Flüssigkeit weißlich aussieht. Der Leim wird unter Zugabe des Gummi Arabicum, Spiritus und Satinober im Wasser gelöst und der Masse beigefügt.

 

Verarbeitung:

Die Fußböden müssen zuvor mit Leimwasser getränkt werden. Danach wird die Farbe mit dem Pinsel gleichmäßig warm aufgetragen. Nach dem erhärten mit einer Bürste glänzend reiben.



Bohnerwachs

Zusammensetzung:

 

100 g weißes Wachs

66 g Terpentinöl

60 g Spiritus

 

Zubereitung:

Man übergießt das Wachs mit dem Terpentinöl und läßt dies bei geringer Hitze schmelzen. Die Masse abkühlen lassen bis sie weißlich erscheint. Dann den Spiritus hinzufügen und bei geringer Wärme gut vermischen.

 

Verarbeitung: Das Bohnerwachs wird mit einem wollenen lappen aufgetragen und poliert.



Guter Fussbodenlack

Zusammensetzung:

 

333 g guten Schellack

133 g bestes Kolophonium

34 g Kampher

1 1/3 kg Weingeist

 

Zubereitung:

Die Zutaten werden zusammen unter Wärme aufgelöst und während der Auflösung oft umgeschüttelt.

 

Verarbeitung: Der Lack wird in zwei- bis dreimaligem Anstrich mit einem feinen Pinsel aufgetragen.



Harnstoffharz - Lack

Basis sind gelöste Harnstoffformaldehydharze die durch Erhitzung aushärten. Meist als 2-Komponenten Lack erhältlich.

 

Gute Füll- und Haftkraft, jedoch gegenüber Wasser und Temperaturschwankungen nur begrenzt beständig. Wenig elastisch bis sehr spröde.

 

Abriebfestigkeit: mittel bis sehr hoch

Schmutzempfindlichkeit: gering

Pflegeaufwand: gering

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung: starke Abgabe von Formaldehyd, Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte: geringe bis sehr geringe Abgabe von Formaldehyd und flüchtigen Substanzen



Hartwachsöl

Einmal - Auftrag auf Basis natürlicher Öle mit hohem Wachsanteil, Lösemittel und Aditive.

 

Hartwachsöl ist eine Kombination aus Ölen und Wachsen, die die Auftragszeit im Vergleich zur herkömmlichen Variante ( Einzelauftrag von Öl und anschließende Wachsbehandlung ) minimiert. Durch das schnelle Verschließen der Holzporen mit Wachs ist die Imprägnierung des Holzes im Vergleich geringer und damit verbunden der Pflegeaufwand höher.

 

Abriebfestigkeit: mittel

Schmutzempfindlichkeit: mittel bis hoch

Pflegeaufwand: hoch

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung: geringe Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte: geringe bis sehr geringe Abgabe flüchtiger Substanzen



Kunstharzlacke

Bezeichnet alle Lacke deren Haupt - Bindemittel Kunstharze sind.

 

Häufigste Verwendung der Bezeichnung im Zusammenhang mit Alkyd -,Urethanharzlacken, welche mit modifizierten Ölen unter Abgabe des Lösemittels und Veresterung der Alkohole aushärten (Ölkunstharzlack).

Elastischer als DD - , und SH Lacke, daher finden sie oft bei Versiegelungen von stark arbeitenden Hölzern und Riemen- und Dielenböden Verwendung. Geringe Seitenverleimung der Hölzer.

 

Abriebfestigkeit: hoch

Schmutzempfindlichkeit: gering

Pflegeaufwand: gering

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung: starke Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte: geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen



Lackpolitur

Zusammensetzung:

 

8 Teile rektifizierter Holzgeist

11/2 Teile Schellack

1 Teil Benzoe

 

Zubereitung: Die Zutaten werden unter Wärme aufgelöst und dann filtriert.

 

Verarbeitung: Auftrag mittels Polierballens oder feinem Pinsel.



Lauge, Bleiche

Inhaltsstoffe: Wasser, Kalk ,Titandioxid, Tenside, Kalilauge, Gummi arabicum, Xanthan, Methylcellulose, Citrat Öle und Alkohol in unterschiedlichen Zusammensetzungen ( Volldeklaration des Herstellers anfordern )

 

Lauge ist in unterschiedliche Ausführungen für Laub- und Nadelhölzer erhältlich.

Bleicht die Oberfläche und verhindert das Vergilben.

 

Muß mit Seife oder Ölen endbehandelt werden.



Lösemittelbasierende Imprägnierungen

Synthetische oder natürliche Öle oder Harze mit Tiefenwirkung in Lösungsmitteln gelöst.

 

Abriebfestigkeit: mittel bis hoch

Schmutzempfindlichkeit: mittel

Pflegeaufwand:mittel

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung: starke Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen.

Raumluftbelastung nach Endhärte: geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen.



Mattiere

Zusammensetzung:

 

300 g Schellack

1/2 Liter Spiritus

100 g Terpentinöl

 

Zubereitung:

Der Schellack wird im Spiritus aufgelöst. Das Wachs in dem heißen Terpentinöl auflösen und der Masse zusetzen.

 

Verarbeitung: Die Mattiere mit einem Pinsel auftragen und mit einem wollenen Lappen aufpolieren.



Melaminharz - Lack

Basis sind gelöste Melaminformaldehydharze die durch Erhitzung aushärten. Meist als 2-Komponenten Lack erhältlich.

 

Gute Füll- und Haftkraft, jedoch gegenüber Wasser und Temperaturschwankungen nur mässig beständig. Wenig elastisch bis sehr spröde.

 

Abriebfestigkeit: sehr hoch

Schmutzempfindlichkeit: gering

Pflegeaufwand: gering

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung: starke Abgabe von Formaldehyd, Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte: geringe bis sehr geringe Abgabe von Formaldehyd und flüchtigen Substanzen



Ochsenblut

Ursprünglich aus echtem Rinderblut gewonnener Anstrich für Hölzer.

Ein Rezept nennt 100 Liter Ochsenblut, davon 30 Liter Serum, das mit 25 kg Sumpfkalk und etwas Eisenoxid und Leinöl versetzt wird.

 

In der Gegenwart rote Farbe für Holzfussböden.

Eine Pigmentmischung aus rotem Eisenoxidpigment und z.B. Irgazin Rubin kann beliebig eingestellt werden um hellere oder dunklere Farbtöne zu erzielen. Die Pigmente sind in allen üblichen Bindemitteln zu gebrauchen (Casein, Kalk, Leim, Gummiarabikum, Wasserglas, Acryldispersionen oder Leinöl)

Altanstriche sind oft stark bleihaltig.



Öl-Lack

Auf Basis von Holz-, Lein-, Rizinus- oder Sojaöl unter Zugabe des Lösungsmittels Terpentin ( oder Testbenzin ).

 

Die Aushärtung erfolgt pysikalisch durch Verdunstung und durch die Aufnahme von Sauerstoff seitens der Ölanteile.Gute Elastizität, jedoch mechanisch nur mässig belastbar.

 

Abriebfestigkeit: gering bis mittel

Schmutzempfindlichkeit: gering

Pflegeaufwand: gering

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung: starke Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte: geringe bis sehr geringe Abgabe flüchtiger Substanzen



Polyurethanharzlack,PU-Lack (DD-Lacke)

Meist zweikomponentige Lösemittellacke; ergeben sehr widerstandsfähige Versiegelungen. DD bezeichnet: Desmophen=Polyester - Desmodur= Isocyanat

 

Härtet durch die Verdunstung des Lösemittels (meist Ester) und Aufnahme von Luftfeuchtigkeit fast verlustfrei aus. Als Wasserlack, sowie als lösemittelhaltiger Lack erhältlich.

 

Abriebfestigkeit: sehr hoch

Schmutzempfindlichkeit: sehr gering

Pflegeaufwand: sehr gering

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung: geringe ( bei Wasserlack ) bis starke Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

 

Raumluftbelastung nach Endhärte: geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen



PU - Imprägnierungen ( PU-Öl )

stark lösemittelhaltige PU Imprägnierunslacke für Parkett und Holzböden mit hoher Haftfestigkeit

 

Beschreibt sehr dünnflüssige Lacke, die sehr tief in das Holz eindringen.

Aufgrund der hohen Lösemittelanteile sehr flüchtig und schnell trocknend.

Besonders für stark beanspruchte Böden zu empfehlen.

 

Abriebfestigkeit: sehr hoch

Schmutzempfindlichkeit: gering

Pflegeaufwand: gering

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung:

sehr starke Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

 

Raumluftbelastung nach Endhärte:

Geringe bis sehr geringe Abgabe flüchtiger Substanzen



PU - Wasserlack

wasserbasierter Polyurethanlack

siehe PU-Lack und Wasserlacke



Säurehärtende Lacke, SH-Lack

Beschreibt stark lösemittelhaltige Harnstoffharz-Formaldehydharz-, Phenolharz- oder Melaminharzlacke.

 

1 Komponenten Lacke: Harze härten durch Hitze aus

2 - Komponenten Lacke: Harze härten durch die Zugabe eines Härters aus.

 

Sehr preiswerte Parkett-Lacke mit hoher Füll- und Haftkraft und hoher Härte. Formaldehydabspaltung auch nach Endhärte, jedoch meist nur geringfügig.

 

Abriebfestigkeit: mittel bis sehr hoch

Schmutzempfindlichkeit: sehr gering

Pflegeaufwand: sehr gering

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung:

Starke Abgabe von Formaldehyd, Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

 

Raumluftbelastung nach Endhärte:

Geringe bis sehr geringe Abgabe von Formaldehyd und flüchtigen Substanzen



Schellackpolitur

Zusammensetzung:

 

18 Teile Schellack

1 Teil Mastix

1 Teil Sandarach

 

Zubereitung:

 

Die Zutaten werden in der zehnfachen Menge Alkohol aufgelöst.

 

Verarbeitung:

 

Die Politur wird mit einem Ballen dünn aufgetragen.

 



Seife

Natürliche Oberflächenbehandlung von Holzböden.

 

Das Parkett wird mit spezieller Holzseife behandelt und auch mit dieser gepflegt.

Der Boden bleibt diffusionsoffen und natürlich.

Seife besteht aus rein pflanzlichen Stoffen und wird gelegentlich mit Ölen angereichert.

Auch als Pflegemittel für mit Öl imprägnierte Böden.

 

Schmutzempfindlichkeit: gering bis mittel

Pflegeaufwand: gering bis mittel

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung: keine

Abgabe von Terpenen bei Nadelhölzern möglich

 

Raumluftbelastung nach Endhärte:

sehr geringe Abgabe flüchtiger Substanzen

 



Urethan-Alkyd - Lack ( UA )

siehe Kunstharzlacke



Wachsfirnis

Zusammensetzung:

 

4 liter weiches wasser

4 kg gelbes Wachs

1/2 kg Seife

1/2 kg Sal tartari ( Kaliumnitrat )

 

Zubereitung:

 

Das Wasser in einem feuerfesten Gefäß zum kochen bringen. Darin die gefärbte Seife auflösen und das Wachs hinzufügen.

 

 

 

Anschließend das Sal tatari beimengen. Die Masse gut durchrühren und das Gefäß von der Feuerstelle nehmen. Es ist sorgfältig darauf zu achten das kein Schmutz in die Mischung kommt. Wenn das Wachsfirnis abgekühlt ist, gießt man ihn ehe er erstarrt, in ein innen glasiertes Tongefäß.

 

Zum Auftragen löst man diesen mit einer gewünschten Menge warmen Wassers auf. Das gewünschte Verhältnis ist; 1/4 kg gewonnener Wachsfirnis auf 1 1/2 Liter Wasser. Diese Komposition wird mit dem Pinsel dünn aufgetragen und nach einiger Zeit mittels einer steifen Bürste gut auf der Fläche verteilt und danach abpoliert.

 



wasserbasierende Imprägnierungen

Synthetische oder natürliche Öle und Wachse oder Harze mit Wasser als Verdünnungsmittel.

 

Schmutzempfindlichkeit: mittel

Pflegeaufwand: mittel

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung:

Sehr geringe Geruchsbelästigung, vermutlich geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen.

 

Raumluftbelastung nach Endhärte:

Geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen.



Wasserglas

Zusammensetzung:

 

15 Gewichtsanteile pulverisierter Quarz oder reiner Quarzsand

10 Gewichtsanteile Pottasche

1 Gewichtsanteil Holzkohlenpulver

 

Zubereitung:

 

Die Zutaten werden in einem feuerfesten Behälter gut gemengt und acht bis zehn Stunden lang geschmolzen. Nach Erkaltung wird das erhaltene Glas pulverisiert und in circa fünf Teilen siedenden Wassers unter ständigem umrühren vermischt. Das verdampfende Wasser muss durch Zusatz heißen Wassers ersetzt werden. Circa fünf bis zehn Stunden kochen bis alles aufgelöst ist und auf der Oberfläche sich eine zähe, fadenziehende Haut bildet, welche untergetaucht wird.

 

Das Kochen wird fortgesetzt bis sich eine homogene, gallertartige, dünnflüssige Masse gebildet hat.

 

Wasserglas wird stets kalt aufgetragen.

 



Wasserlacke

Bezeichnung für Lacke mit geringen Mengen (>20 % ) Lösemittel und Wasser als Verdünnungsmittel

Acryl-,Alkyd-,Polyester-, Epoxid-,oder/und Polyurethanharze sowie Aditive in Wasser

 

Wasser dient als Verdünnungsmittel, dadurch geringe Lösemittelanteile.

Billige Wasserlacke und solche mit älterer Rezeptur enthalten oft N-Methylpyrrolidon, ein Hilfsmittel zur Filmbildung. NMP gilt als fruchtschädigend !!

 

Schmutzempfindlichkeit: gering

Pflegeaufwand: gering

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung:

geringe Geruchsbelästigungen, vermehrte Abgabe von weniger gesundheitsbelastenden Substanzen

 

Raumluftbelastung nach Endhärte:

geringe bis sehr geringe Abgabe flüchtiger Substanzen



Werksversiegelungen

Werkseitige Oberflächenbehandlung von Holzböden / Fertigparkett.

 

lackiert: meist wasserbasierte Lacke, UV gehärtet

geölt: mit Trockenbeschleuniger

Schmutzempfindlichkeit: siehe geölte / lackierte Oberflächen

Pflegeaufwand: siehe geölte / lackierte Oberflächen

 

Raumluftbelastung während Verarbeitung:

im Werk

 

Raumluftbelastung nach Endhärte:

geringe Abgabe flüchtiger Substanzen



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